04.03.2020 -
Thommy
Ich möchte diese Plattform eigentlich nicht für Diskussionen nutzen, allerdings möchte ich auf einen Gästebucheintrag gerne eingehen. Anlass meines Beitrages ist der von Nicole am 15.02.2020 verfasste Beitrag.
Ich denke wir sind uns einig, dass Simon und Jan einen Beitrag gegen rechte Hetze, gesellschaftliche Ressentiments und Alltagsrassismen leisten. Über die Größe dieses Beitrages scheinst du anderer Meinung als ich zu sein. Aus diesem Grund möchte ich gerne meinen Standpunkt darlegen:
Es gibt durchaus unterschiedliche Möglichkeiten dem aufkommenden/ gesellschaftlich salonfähig gewordenen rechten Denken und (leider auch Handeln) entgegen zu treten. Wenn ich deinen Beitrag richtig lese, dann favorisierst du eine direktere offenere Art durch das sogenannte „Auf die Straße gehen“, ich vermute in Form von Demonstrationen oder Kundgebungen. Ich finde diese Form wichtig und richtig. Genauso wichtig finde ich es Menschen, die sich vielleicht noch keine Gedanken über diese Thematik gemacht haben (Was den Rassismus betrifft haben weiße Menschen ja dieses Privileg sich nur Gedanken zu machen wenn sie es auch wollen) bzw. noch keine fundierte Meinung gebildet haben zu erreichen. Den Weg den Simon und Jan einschlagen, Humorvoll und lächelnd bis einem das eigene Lachen im Halse stecken bleibt, weil man merkt, dass es zu schlimm zum drüber lachen ist, ist ein wie ich finde ungemein wirksamer und ist in keiner Weise verharmlosend. Ich bin einige Male geläutert und aufgewühlt und letzten Endes Meinungssicherer aus den Konzerten gekommen und hierbei bin ich mir sicher, damit nicht allein zu sein. Jeder Beitrag in diese Richtung ist wichtig. Den Beitrag von Simon und Jan empfinde ich als wirksam und nachhaltig und freue mich, dass die Beiden ihre Kompetenz, Einzigartigkeit und Kreativität in den Dienst der Menschlichkeit stellen.
(Der Begriff 3. Welt ist in der Tat Grundlage einiger Diskussionen. Viele favorisieren den Begriff Entwicklungsländer, der jedoch nach meinem Dafürhalten deutlich schlimmer ist. Länder werden hierbei nur auf ihre (geringe) wirtschaftliche Entwicklung reduziert, ohne dass auf den kulturellen, sozialen Entwicklungstand eingegangen wird. In der aktuellen Betrachtung gibt es leider keinen besseren Begriff, weswegen ich es in dem von Simon und Jan genutzten Kontext absolut legitim finde.
Gelungen beschreibt es die iz3w auf ihrer Homepage: „(…) historisch betrachtet ist die „Dritte Welt“ ein fortschrittlicher Begriff. Entstanden in Frankreich während der 1950er Jahre, nimmt der Begriff Bezug auf den „Dritten Stand“, der sich in der Französischen Revolution von der feudalen Unterdrückung befreit hat. Weltweit popularisiert wurde „le tiers-monde“ vom antikolonialen Theoretiker Frantz Fanon. Er setzte in seinem Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ die Dritte Welt mit den Kolonisierten und Unterdrückten dieser Welt gleich. In den 1960er Jahren kam eine weitere Bedeutung auf: Die Dritte Welt wollte einen eigenständigen Dritten Weg gehen zwischen autoritärem Realsozialismus und ausbeuterischem Kapitalismus.)